veröffentlicht: July 24th, 2009
Online-Rechtsberatung – Fluch oder Segen?
Online-Portale, die mit günstiger Rechtsberatung werben, gibt es mittlerweile einige. Für den Mandanten steht ganz klar der meist sehr günstige Preis im Vordergrund – in der Regel ist eine solche Erstberatung für einen zweistelligen Betrag zu haben. Doch welchen Nutzen bieten die Online-Rechtsberatungsdienste für die Anwaltschaft?
Vor allem jüngere Anwälte und Einzelanwälte dürften sich für diese Art der Rechtsberatung interessieren. Zwar sind die Gebühren nicht hoch, dafür ist oft auch der Aufwand überschaubar. Wer noch keine Nische bzw. Spezialisierung gefunden hat und nur mit Schwierigkeiten an neue Mandanten kommt, bekommt hier die Möglichkeit auf ein Zusatzeinkommen.
Der wirkliche Nutzen liegt aber woanders, und zwar in der Marketing-Funktion solcher Portale. Meist können sich die teilnehmenden Anwälte mit einem mehr oder weniger ausführlichen Profil vorstellen. Auf diese Weise werden das eigene Gesicht und der Name einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Geschichte Anwälte nutzen die Portale strategisch für den Aufbau ihrer Expertenposition.
Auch zur Akquise von “richtigen” Aufträgen als Folgeprojekte können Online-Rechtsberatungen dienen. Mancher Mandant lässt sich nach einer erfolgreich beantworteten Frage als Neu-Mandant gewinnen. Auch wenn sich der Fragesteller überzeugen lässt, dass seiner Frage ein komplexerer Sachverhalt zu Grunde liegt, der sich nicht in einer kurzen Internet-Antwort lösen lässt, besteht die Chance auf eine Mandatierung.
Der Nutzen dieser Art der Rechtsberatung ist natürlich umstritten. Lohnt sich die Online-Rechtsberatung für die Anwaltschaft? Ist es ein sinnvolles Tool zur Mandantengewinnung? Oder zerstören die Portale durch die geringen Gebühren den Markt? Was ist Ihre Meinung?

